In
der Literatur findet sich nirgends ein Hinweis, wer der
Strand
Magazine-Journalist war und wie er bzw.
der verantwortliche Redakteur darauf kam, Sun Wen zu interviewen. Es heißt
lediglich, er habe Sun im cantlieschen Haus
aufgesucht.[89]
Es ist unwahrscheinlich, dass ein solcher Besuch, der nicht kurz gewesen sein
kann, ohne Verabredung stattgefunden hat. Auch scheint mir das Interesse
ausgerechnet einer Literaturzeitschrift an Sun nicht eben nahe liegend. Alles
spricht dafür, dass dieses Interview sein Zustandekommen irgendeiner
persönlichen Beziehung verdankt. Und, die Rührigkeit James Cantlies
als Suns "Public Relations Manager" in London 1896/97 sowie seine
gesellschaftlichen Kontakte vor Augen, liegt der Verdacht nahe, dass er auch
dieses Mal, vielleicht als Mittler, vielleicht als Initiator, beteiligt war. Es
ist mir jedoch nicht gelungen, diese Spekulation durch Indizien zu
untermauern.[90]
Zwischen
dem Gespräch, das Mitte November 1911 stattgefunden haben muss, und der
Veröffentlichung im Märzheft 1912 liegen mehrere Monate. Da das
Manuskript oder andere Aufzeichnungen nicht überliefert sind, lässt
sich nicht sagen, wann die Endfassung des Artikels fertiggestellt war und wie
weit sie sich vom Manuskript unterscheidet. Sun, der England nach zehn Tagen am
20. November 1911 wieder verließ, hat den fertigen Artikel vermutlich vor
seiner Abreise nicht mehr
gesehen.[91]
[90]
Leider hat noch niemand Suns Londonaufenthalt von 1911 mit der gleichen Akribie
untersucht, mit der John Wong für die Jahre 1896/97 vorgegangen
ist.
[91]
Die Herausgeber des
SZQJ
geben dagegen an, Sun hätte die "geordnete" Fassung gegengelesen und
unterzeichnet. Eine Quelle, die diese Angabe stützen würde, ist nicht
genannt.
SZQJ,
Bd.1 (1981), S.547.