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Vorgeschichte und Einordnung

Suns Amtszeit als Präsident der Republik China währte ganze 45 Tage. Schon am 12. Februar 1912 trat er zugunsten Yuan Shikais zurück und wurde Eisenbahnminister. Nach dem Scheitern der "2. Revolution" 1913, in der die demokratischen Kräfte versucht hatten, sich Yuans autokratischen Bestrebungen entgegenzustellen, ging Sun erneut ins Exil nach Japan, wo er bis 1916 lebte. Im Mai dieses Jahres, einen Monat vor dem Tod Yuans, kehrte Sun nach Shanghai zurück. Von dort aus wirkte er 1917, wahrscheinlich unter Zuhilfenahme deutschen Geldes,[132] auf die südwestchinesischen Generäle ein, sich den Restaurationsbestrebungen im Norden zu widersetzen und die 護法運動 Hufa yundong (Bewegung zum Schutz der Verfassung [von 1912]) zu unterstützen. In der Folge wurde er am 1. September 1917 大元帥 Da Yuanshuai (Großmarschall, Generalissimo) der Guangzhouer Militärregierung. Nach erfolglosen Versuchen, neben einer schmucken Uniform auch tatsächliche Wirkungsmacht zu erhalten, und seiner Degradierung zu einem von sieben Direktoren der Militärregierung reiste Sun am 1. Juni 1918 via Japan nach Shanghai ab, wo 宋慶齡 Song Qingling, mit der Sun seit 1915 verheiratet war, ein Haus in der Rue Molière 29 in der Französischen Konzession besorgt hatte.

[132] Schiffrin, Sun Yat-sen, S.191f.