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Intention

In einer kurzen Vorrede erklärt Sun die Absicht, die er mit diesem Kapitel verfolgt. Die von ihm beförderte Revolution habe die Zerstörung des Alten bereits glücklich vollzogen, die Aufbauarbeit aber sei noch nicht begonnen.
"Wenn ich also die Ursprünge der Revolution erzähle, dann, um die Kommenden zu ermutigen, auch, um mir selbst Mut zu machen."[151]
Diese Begründung und die programmatische Kapitelüberschrift verdeutlichen die Funktion, die Sun dem Text im Kontext des SWXS zugedacht hat: Die Geschichte der Revolution dient als weiterer Beweis für seine Theorie und als Beispiel dafür, dass kein Projekt zu fantastisch sei, als dass es nicht realisiert werden könne.
Die zweite genannte Intention ist unabhängig vom Kontext des SWXS nachvollziehbar:
"Zudem gibt es zwar seit Beginn des Aufbaus der Republik China unzählige Bücher von Literaten und Gelehrten aller Länder über die chinesische Revolution, aber sie beziehen sich zumeist auf Gerüchte, kaum kennen sie die Tatsachen der Revolution, noch weniger ihre Ursprünge."[152]
Sun verheißt also, die "wahre" Geschichte der Revolution aus deren Zentrum heraus zu erzählen und so die kursierenden "falschen" Darstellungen zu korrigieren – auch seine eigene frühere:
"Daher stützen sich viele auf das erste Kapitel meines Buches Kidnapped in London. Darin sind jedoch [die Ursprünge der Revolution] nur knapp geschildert. Zudem war vor über zwanzig Jahren der Ausgang der Revolution noch offen. Obwohl ich mich in der Hauptstadt Englands befand, waren viele Dinge tabu. So konnte ich weder wagen, mich als der Gründer der Xingzhonghui zu erkennen zu geben, noch das eigentliche Ziel der Organisation, den Sturz der Mandschu-Dynastie, offenbaren. Jetzt korrigiere ich diese Punkte, um den Tatsachen genüge zu tun."[153]
Sun bekennt sich hier eindeutig zur Verfasserschaft von Kidnapped in London. Elegant distanziert er sich zugleich von den darin gemachten falschen Angaben, die er mit seinen damaligen taktischen Nöten begründet. So kann er hier eine veränderte Darstellung abgeben, ohne seine Glaubwürdigkeit einzubüßen.

[151] SZQJ, Bd.6, S.228.
[152] SZQJ, Bd.6, S.228.
[153] SZQJ, Bd.6, S.228f.