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Vergleich mit My Reminiscences

Schon beim flüchtigen Lesen fällt auf, dass My Reminiscences eine lebendige, anekdotenreiche Erzählung ist, während das YZJC nüchterner daherkommt, fast buchhalterisch die Stationen der Revolution auflistet und auf Anekdoten weitgehend verzichtet. Die Prahlereien, die in den Reminiscences offensichtlich sind, muss man im YZJC schon in den Feinheiten suchen. Der nüchterne Gestus vermittelt den Eindruck einer wesentlich höheren Glaubwürdigkeit – wodurch die Manipulationen der Fakten umso perfider wirken.
Die wesentlichen Unterschiede im Einzelnen:
Während Sun in den Reminiscences angibt, sich bis nach Abschluss seines Medizinstudiums nicht für Politik interessiert zu haben, datiert er im YZJC den Beginn seiner revolutionären Tätigkeit noch vor das Studium, das dadurch zur Propagandaplattform degradiert wird. Sein ursprünglicher Arztberuf verliert im Nachhinein an Bedeutung.
Die Hawaii- und Amerikareise 1895/96 nach dem Guangzhou-Aufstand beschreibt Sun in den Reminiscences als triumphal. Im YZJC kommt Sun den Tatsachen wesentlich näher, wenn er seine Sympathisanten in Honolulu als frustriert und die huaqiao in den USA als desinteressiert bezeichnet.
Nach seinen Reminiscences hat Sun die Jahre um 1900 agitierend in China verbracht und sich anschließend auf das Einwerben von Geldern für die Revolution im Ausland verlegt. Abgesehen vom Guangzhou-Aufstand von 1895 gibt es keine Revolutionsversuche in dem Text von 1911, während das YZJC in erster Linie die Aufstände verzeichnet und sie direkt oder indirekt Sun zuschreibt.